Schneller, besser und billiger
Die Deregulierung der Neuen Züchtungstechniken führt nach Einschätzung der Bundesregierung zu beschleunigtem Züchtungsfortschritt, mehr Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit sowie geringeren Kosten. Die Ökobranche müsse exklusive Lieferketten ohne Verwendung von GVO organisieren.
"Die Krise wird sich hinziehen"
Bei einer Podiumsdiskussion des Verbandes "Der Agrarhandel" hat der Geschäftsführer des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen davor gewarnt, die Auswirkungen des Irankrieges zu unterschätzen. Finkelnburg geht davon aus, dass die Folgen auch nach Kriegsende noch länger zu spüren sein werden. Das schließt auch den Düngemittelmarkt ein. Ludwig Striewe von der BAT Agrar erwartet Versorgungsengpässe auch bei wichtigen Nebenprodukten aus der Krisenregion, etwa Schwefelsäure. Global haben laut Prof. Birner von der Universität Hohenheim derzeit vor allem asiatische Länder mit den hohen Dünger- und Energiepreisen zu kämpfen.
Prognose für 2026 bestätigt
Die Agravis Raiffeisen AG hält an ihren Prognosen für 2026 fest. Angepeilt werden weiterhin ein Umsatz von 8,1 Mrd. Euro Umsatz und ein Ergebnis vor Steuern von 70,2 Mio. Euro. Vorstandschef Köckler betonte auf der Hauptversammlung in Oldenburg, man liege im Plan und bleibe trotz schwieriger Rahmenbedingungen "im Chancenmodus". Herausfordernd seien die steigenden Betriebsmittelpreise. Aktuell prüft die Agravis eine genossenschaftliche Beteiligungslösung im ostdeutschen Agrarhandel.
Verzögerung im Europaparlament
Der Umweltausschuss des Europaparlaments hat die Abstimmung über die Verordnung zur Deregulierung der Neuen Züchtungstechniken vertagt. Grund sind Änderungsanträge, die zunächst geprüft und übersetzt werden müssen. Insgesamt sollen 37 Anträge eingereicht worden sein, 16 davon von den Sozialdemokraten. Sie wollen die Inhaber von Patenten auf NZT-Pflanzen verpflichten, an Lizenzplattformen mitzuwirken. Außerdem sollen Patente auf mit klassischen Züchtungsmethoden erzeugte Sorten verboten werden.
Besser - aber noch nicht gut
Die Verbändeallianz begrüßt, dass Kernforderungen der Wirtschaft im THKG-Entwurf aufgenommen wurden. Allerdings gebe es immer noch bürokratische Elemente, die überflüssig seien. Dazu zählen die Branchenorganisationen die vorgesehene Registrierungspflicht, die obligatorische Kennzeichnung mit dem staatlichen Logo sowie die Regelungen zur Kontrolle der tierhaltenden Betriebe.
Kritik von allen Seiten
Mit dem geplanten Wirkungsmonitoring will Minister Rainer die Grundlage für eine Stärkung des Verursacherprinzips im Düngerecht schaffen. Der DBV kritisiert, dass betriebliche Bilanzierungen weiter möglich bleiben sollen. Für Umweltverbände und die Wasserwirtschaft bleibt die betriebliche Nährstoffbilanzierung ein zentrales Instrument im Düngerecht.
EU muss Potenzial ausschöpfen
EU-Dachverbände der Agrar- und Biokraftstoffindustrie fordern, dass Europa sein "volles Potenzial" bei Biokraftstoffen ausschöpft. Klimawandel und Energieunsicherheit erlaubten eine restriktive Politik nicht länger, schreiben sie in einer gemeinsamen Erklärung. In Brüssel könnten die Verbände auf offene Ohren stoßen: Die EU-Kommission signalisierte zuletzt einen Wandel hin zu einer den Biokraftstoffen freundlicheren Politik.
Gesetzliche Mindeststandards nötig
Der Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Jens Behrens, mahnt nach dem Putenurteil des Bundesverwaltungsgerichts klare Tierschutzregeln und Planungssicherheit für Tierhalter an. Der NGW-Vositzende Friedrich-Otto Ripke widerum plädiert für eine Putenhaltungsverordnung auf Grundlage der freiwilligen Eckwerte und des Gesundheitskontrollprogramms.
Echte Erleichterung für Tierhalter
Die Tierwohlverbesserungsgenehmigung soll erweitert und vereinfacht werden. DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet sieht eine langjährige Forderung des Verbandes erfüllt. Der Referentenentwurf des Bauministeriums enthält aus Sicht auch des BLG weitere positive Ansätze. So sollen die Möglichkeiten zur Umnutzung landwirtschaftlicher Gebäude im Außenbereich ausgeweitet werden.
Downgrading ist rechtlich zulässig
Ein vollumfängliches Downgrading von Fleischprodukten ist grundsätzlich kompatibel mit deutschem und europäischem Recht. Zu diesem Schluss kommt ein Rechtsgutachten zur staatlichen Tierhaltungskennzeichnung, das die Denkfabrik Agora Agrar vorgelegt hat. Laut dem Direktor des Thinktanks, Prof. Harald Grethe, werden mit dem Gutachten zentrale Vorbehalte gegen die notwendige Weiterentwicklung der Tierhaltungskennzeichnung entkräftet.